Tageswear, verlängertes Tragen, Dauertragen und Einweglinsen — die Hersteller entwickeln zunehmend Lösungen, die die Pflege vollständig entfallen lassen oder sie seltener notwendig machen. Diesen Aspekt sollten Sie mit Ihrem Anpasser beim Kauf Ihrer Linsen besprechen.
Das Tagestragen: Das ist die Methode, die die meisten Kontaktlinsenträger heute anwenden. Es erfordert tägliche Hygienemaßnahmen.
Das verlängerte Tragen: Es richtet sich an diejenigen, die ihre Linsen nicht jeden Abend herausnehmen wollen. Sie tragen sie eine Woche am Stück, nehmen sie dann heraus, um sie zu reinigen, und schlafen eine Nacht ohne ihre Linsen. Wer diese Wahl trifft, sollte natürlich vorzugsweise mit Linsen ausgestattet sein, die gut „atmen": sehr sauerstoffdurchlässige harte oder sehr hydrophile weiche Linsen.
Dieses System erfordert, dass man die zu treffenden Vorsichtsmaßnahmen verinnerlicht hat und seine Augen jeden Morgen sorgfältig untersucht. Beim geringsten Schmerz, bei der kleinsten Auffälligkeit — ein etwas verklebtes Auge beim Aufwachen oder eine leichte Verschlechterung der Sehschärfe — muss man einen Arzt aufsuchen. Und selbst ohne Probleme sollte man sich zu häufigen Kontrollen beim Augenarzt oder beim Optiker verpflichten.
Das gelegentliche verlängerte Tragen: Nachtzugreise oder zwei- bis dreitägige Bergwanderung mit Übernachtung in einer Hütte … Ohne grundsätzlich für das verlängerte Tragen eingestellt zu sein, möchte man in bestimmten Situationen seine Linsen drei Tage lang ohne Unterbrechung tragen können. Das ist möglich, sofern man sie beim ersten Anzeichen einer Reizung herausnimmt. Am besten geeignet sind weiche Linsen mit mehr als 70 % Wassergehalt (hohe Hydrophilie) oder sauerstoffdurchlässige harte Linsen.
Das Dauertragen: Das wäre natürlich der Traum! Man setzt seine Linsen ein für allemal ein und schläft damit. Man nimmt sie nur einmal im Monat oder alle drei Monate heraus, um sie zu reinigen … Das wäre ideal, wenn es nicht die Nacht gäbe. Wenn die Augen geschlossen sind, erreicht Sauerstoff die Hornhaut weniger gut.
Es kann ein Risiko bestehen, selbst bei weichen Linsen mit hohem Wassergehalt. Sie können den Schmerz überdecken und eine kleine Verletzung sich schnell verschlimmern lassen. Das Dauertragen ist daher Personen vorbehalten, die einer sehr strengen augenärztlichen Kontrolle unterliegen.
Die Einweglinsen: Die ersten erschienen in Frankreich im Jahr 1989, nachdem sie 1986 die Zulassung der Food and Drug Administration (FDA) in den USA erhalten hatten. Man trug sie 7 Tage lang, auch zum Schlafen, und warf sie danach weg, ohne sie gepflegt zu haben.
Sie wurden von Augenärzten mit Zurückhaltung aufgenommen, da diese ernsthafte Augenkomplikationen befürchteten, die durch eine Nutzung über die vom Hersteller vorgesehenen sieben Tage hinaus entstehen könnten.
Heute gibt es eine breite Palette von „Tageslinsen", ideal für den gelegentlichen Einsatz und vor allem für die Augengesundheit, da die Linse bei jeder Verwendung neu und damit absolut rein ist. Diese Einweglinsen korrigieren alle Sehfehler, Kurzsichtigkeit,Weitsichtigkeit, Hornhautverkrümmung, und Alterssichtigkeit.
Geht man ein Risiko ein, wenn man Kontaktlinsen trägt?
Wie bereits gesagt: Das verlängerte Tragen und natürlich das Dauertragen erfordern eine verstärkte Überwachung der Augen. Wenn Sie Ihre Linsen hingegen morgens einsetzen und abends herausnehmen, sind die Risiken minimal, da es ein Warnsignal gibt: ein unangenehmes Gefühl oder sogar einen Schmerz beim Herausnehmen der Linse.
Das ist nicht normal. Sie sollten daher Ihren Augenarzt oder Optiker aufsuchen, der feststellt, ob die Linse verschmutzt oder gerissen ist und was zu tun ist.
Wenn man Kontaktlinsen trägt, muss man seinen Augen „zuhören" lernen…
Gründerin